Teil 2

Dabei werde ich mich immer wieder auf die Berichte des Auswärtigen Amtes beziehen. Nach meiner Kenntnis wurden speziell in den letzten Monaten diese Berichte immer wieder zu Urteilen und Entscheidungen herangezogen, die meiner Ansicht nach auf falschen Grundlagen basieren. Meine Erfahrungen in Kabul und ganz Afghanistan belegen, dass diese Berichte den tatsächlichen Verhältnissen keinerlei Rechnung tragen. Tatsächlich sind die Lebensverhältnisse weit katastrophaler, als es die Berichte vermuten lassen. Den Widerspruch zum Ergebnis meiner eigenen Recherchen kann ich nur so erklären, dass die Verfasser der Berichte ihre Informationen nicht direkt gesammelt, sondern über offizielle Kanäle bezogen haben, die Interesse an einer Schönfärbung der Lage haben. Dabei will ich gar nicht unterstellen, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge aus eigenem Interesse die Abschiebung von Asylbewerbern in größerer Zahl fördern möchte. Doch möglicherweise stehen ihm realistische Informationen nicht zur Verfügung. Zu bedenken ist auch, dass in- und ausländische Informanten auch eigene Interessen vertreten. Beispielsweise wurden die Diplomaten in der deutschen Botschaft durch den Präsidenten der UNHCR, einen ehemaligen Politiker aus Europa, über die Lage der Flüchtlinge informiert. Selbstverständlich wird eine Hilfsorganisation, deren Mitarbeiter enorme Gehälter für ihren Auslandseinsatz beziehen, die positive Wirkung ihrer Arbeit herausstellen. So musste ich bei meiner jüngsten Reise wiederum feststellen, dass deutsche Diplomaten, obwohl sie vor Ort sind, die wahren Lebensverhältnisse der afghanischen Flüchtlinge nicht kennen, und sich erschüttert über meine diesbezüglichen Aussagen äußerten. Ich konnte mich in Kabul davon überzeugen, dass nicht nur die deutsche, sondern alle ausländischen Botschaften, Hilfsorganisationen und alle ausländischen Truppenkontingente sich buchstäblich hinter Beton verbarrikadieren und wenig Kontakt zur afghanischen Realität haben.


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